DIE UFER VON MOLDAU

Die westliche Grenze der Regions von Sedlčany bildet unser wasserreichster und längster Fluss, die Moldau. Sie entspringt im Böhmerwald, fl ießt
durch die Städte wie Český Krumlov, Budweis oder Prag durch und nach 424 km langem Weg mündet sie bei Mělník in die Elbe. Wir möchten Ihnen einige ungeahnte versteckte Orte der Ufer von Moldau vorstellen, wo Sie von der zehnjährigen, hundertjährigen, sogar tausendjährigen langen Geschichte
angesprochen werden. Obwohl manche Sehenswürdigkeiten schon das Wasser bedeckt hat und Manches die Zeit fortgetragen hat, bereitet uns der Ausfl ug an der Moldau entlang immer etwas Neues und Überraschendes.

Eine Menge von archäologischen Fundstellen belegt, dass sich die Leute an dem Fluss entlang schon vor unserer Zeitrechnung niederliessen. Zu den interessantesten Orten gehört Malé und Velké kolo bei Oboz und vor allem der Hügel Červenka bei Hrazany. Hier bauten die Kelten sogar das Oppidum, auch das befestigte Städchen genannt. Eine Reihe von Gegenständen aus dieser Zeit kann man im Stadtmuseum von Sedlčany besichtigen. Dort gibt es verschiedene Steininstrumente, Gefässe, riesige Speicher, Bronzeschmuckgegenstände wie Armbände oder Ohrringe, zwei Tausend Jahre alte Zange uä.

Im Moldautal war es auch im Mittelalter sehr rege. In den wildreichen Ortswäldern jagten die böhmischen Könige, die Burge und Festungen dieser Region erlebten mehrere Eroberungen und viele Ritterzweikämpfe. In den Ruinen blieb die königliche Burg Vrškamýk erhalten, deren romantische Ruine heute zu den
oft besuchten Orten der Ausfl üger gehört. Auf der Landzunge über dem Zusammenfl uss von Mastník und Moldau ragte die Burg Ostromeč empor und unweit davon das Schlösschen Kozí hřbet. In diesen Gegenden hat sich im November 1419 die erste Schlacht der Hussitenkriege abgespielt. Mit dieser Zeit wurde
auch der Ursprung der Losungen an den sog. Psané skály, verbunden. Die genauen Erkenntnisse datieren sie aber zum Ende des 16. Jahrhunderts. Zu den interessanten Orten im Moldautal gehört auch das von weitem sehbare Kirchlein auf Maková hora und zahlreiche Felsenklippen mit einzigartigen Aussichten. Eine der schönsten trägt den Namen des Abtes von dem Prämonstratenserkloster von Strahov, Method Zavoral. Im Jahre 1939 wurde hier das Steinkreuz aufgerichtet. Im demselben Jahr wurden am Fluss entlang für den Fall des Landesangriffs vom rüstenden Deutschland zahlreiche Verteidigungsfestungen
gebaut. Die meisten Bunker wurden dann von den Okkupanten vernichtet - einige blieben aber doch bis zu heute erhalten, zum Beispiel in Kamýk nad Vltavou oder auf Zrůbek.

In die Nachkriegszeit trug sich der Bau der gigantischen Brücke von Žďákov ein und vor allem der Moldaukaskade. Die größte von den Moldautalsperren wurde bei Solenice gebaut. Sie wurde aber nach dem Schloss Orlík benannt. Ihr Damm ist über 90 m hoch, in der Deichkrone 450 m lang und 10 m breit. Nach den Rechnungen wiegt etwa 2 216 000 Tonnen und staut fast 720 000 000 m3 Wasser bei der Fläche 26 km2. Die Moldau wird in der Länge von 68 km gestaut.

Das gegenwärtige Leben im Moldaugebiet zeichnet sich nicht mehr durch Flößer, Steinmetzen oder Müller aus, sondern durch Urlauber, Fischer
und Sportler. Der Fluss lockt Bekenner verschiedener Wassersportarten an, während des Sommers ziehen hier die Dampfer mit zufriedenen Passagieren Furchen im Wasser und die Ufer besetzen die Datschen und Zelten. Auf ihre Kosten kommen sich auch die Naturfreunde. Zu den stärksten Erlebnissen gehört der Besuch von Skalní město bei Velká, wo die Felseklippen wunderliche Formationen geschaffen haben, die an ein altes Weib mit dem Rückenkorb,
Jan Žižka, Schornstein, Wolkenkratzer uä. erinnern ... Ein wirkliches Juwel ist das Naturschutzgebiet Drbákov - Albertovy skály. Das Herz jedes Naturliebhabers wird von unerschöpfl icher Menge verschiedener Pflanzenarten und -farben erfreut. Hiesiger markierter Pfad wird durch
die Informationstafeln ergänzt, die die Besucher mit den Vorteilen dieser Regione bekannt machen. Vieleicht fi nden Sie selber andere Plätze,
woher der Fluß am schönsten ist. Ihre gedachte Stimme geben Sie vielleicht der Aussicht Na Altánku bei Solenice. Die Moldau stoßt direkt unter Ihnen von den Felsen von Zduchovice ab und bildet das regelmäßige Hufeisen.