Sukův Rundfahrt I.

Sukův Rundfahrt I.

Die Stadt Sedlčany sah Suk als seine zweite Heimat an. Im Wirtshaus U Zlaté koruny absolvierte er mit acht Jahren seinen ersten öffentlichen Auftritt. Im Nachbargebäude befindet sich heute das städtische Museum, wo im Suk- Saal die Geige ausgestellt ist, die Suk als kleiner Bub gespielt hat. Den Namen des Komponisten trägt auch ein Platz der Stadt Sedlčany, ein Marsch, ein Musikfestival mit reicher Tradition und ein Kulturhaus, in dessen Foyer ein Bronze- Relief von Břetislav Benda hängt. Vor diesem Gebäude steht ebenfalls eine Büste aus der Werkstatt von Václav Bejček. „Hier lebe ich wirklich, nur hier konnte ich schaffen. Der Weg von Křečovice nach Sedlčany und der Weg von Sedlčany zum Heiligen Jan könnten so manches erzählen, wie mein Werk entstanden und gewachsen ist,“ vertraute sich der Virtuose am Ende seines Lebens an. Deswegen haben auch die Touristen diesen Weg markiert und als den Suk- Weg bezeichnet. Mit dem Fahrrad wäre dieser Weg kaum zu bezwingen und deshalb wählen wir eine andere Möglichkeit. Von Sedlčany nehmen wir den Weg Nr. 8136 über Vítěž, Prosenická Lhota und Prosenice bis hin zu Paseky, wo Suk den Maler Čeněk Kvíčala in seinem Haus zu besuchen pflegte. Ihm verdanken wir eine Menge wertvoller zeitgemäßer Aufnahmen des Komponisten bei seinem Aufenthalt in der geliebten Moldaugegend. Wie symbolisch, dass auf dem nahegelegenen Hügel Drahoušek heute ein Aussichtsturm steht – gerade von diesem Hügel aus genoss Suk die Aussicht in die malerische Landschaft. Von hier aus fahren wir zu Osečany hin und biegen nach Radíč ab. Hier überall wurde der Meister gesehen, sei es allein oder mit Freunden. In Radíč beteiligte er sich unter anderem 1930 an der Enthüllung des Denkmals gefallener Soldaten im 1. Weltkrieg. Der geliebte Bach Mastník, in welchem er gerne fischte, fließt von hier aus zur Burg Kozí Hřbet hin – ein weiteres Ausflugsziel von Josef Suk. Bei seinen Wanderungen gelangte er entweder zu den Psané skály und anschließend zum historischen Wirtshaus Rákosníkova hospoda na Živohošti oder über Líšnice zurück zum naheliegenden Křečovice. Wir gehen jedoch in entgegengesetzter Richtung, über die Route Nr. 8132 nach Chlum. Suk war mit dem dortigen Pfarrer Kozmík eng befreundet und spielte sogar, um diesen zu erfreuen, mit seinen Kollegen aus dem Tschechischen Quartett in der Chlumer Kirche des Heiligen Wenzels auf. Freude fand er auch in der Krčínova Festung Křepenice, wohin er viele seiner Freunde geladen hatte.